Die Welt ordnet sich neu – und zwar nicht entlang neuer Blöcke, sondern zunehmend durch neue Netzwerke. Eine der zentralen Erkenntnisse des Round Tables „Partners Across Oceans: New Networks Instead of New Blocs“, mit Parag Khanna, Founder & CEO of AlphaGeo and Bestseller-Autor von Connectography & MOVE, und Dr. Steven E. Sokol, President & CEO of the American Council on Germany (ACG).
Asien wächst wirtschaftlich und geopolitisch weiter zusammen – unabhängig davon, wie Europa oder die USA darauf reagieren. Auch Russland orientiert seine Wirtschaft zunehmend nach Osten. Handelsströme folgen ihrer eigenen Logik: Anders als politische Mehrheiten „schnappen“ sie nach Wahlen nicht einfach zurück.
Für Europa bedeutet das vor allem eines: Die Zeit des bloßen Reagierens muss vorbei sein. Statt sich ausschließlich über transatlantische Partnerschaften zu definieren, gilt es, eigene Interessen, Werte und wirtschaftliche Stärke neu zu bestimmen. Gemeinsame Werte mögen heute umstrittener sein als früher – das gemeinsame Interesse an mehr strategischer Souveränität verbindet hingegen viele Staaten.
Besonders spannend war die Diskussion über die Perspektive des Globalen Südens. Viele postkoloniale Staaten wollen sich nicht länger zwischen konkurrierenden Machtzentren entscheiden müssen. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Botschaft: Die Zukunft gehört weniger neuen Blöcken als flexiblen Partnerschaften – und Europa muss seinen Platz darin selbstbewusst gestalten.