Japan und Deutschland – Wächter des Multilateralismus

Angesichts der politisch und wirtschaftlich starken und bemerkenswert stabilen Beziehungen, die Japan und Deutschland im Laufe ihrer jeweiligen Geschichte genossen haben, ist das 160-jährige Bestehen offizieller Beziehungen ein bedeutender Anlass, um die Freundschaft zu unterstreichen, welche unsere beiden Nationen verbindet. Als Länder, die viele Gemeinsamkeiten haben und in Organisationen wie der UNO, der WTO, den Bretton-Woods-Institutionen oder der WHO einen wichtigen Beitrag zur internationalen Gemeinschaft leisten, sind sowohl Japan als auch Deutschland auf eine regelbasierte multilaterale Ordnung angewiesen, um ihre exportorientierten Volkswirtschaften zu erhalten und ihre außen- und sicherheitspolitischen Agenden zu vermitteln. Gleichzeitig wird der Ruf nach einem stärkeren Multilateralismus oft zu einer bloßen Kampfansage, um alteingesessene internationale Institutionen relevant zu halten, unabhängig davon, ob sie noch in der Lage sind, ihre ursprünglich beabsichtigten Funktionen effektiv zu erfüllen oder nicht. Um eine regelbasierte internationale Ordnung zu stärken, müssen Länder wie Japan und Deutschland den allgemeinen Appell für einen stärkeren Multilateralismus durch realistische und konkrete politische Initiativen und Vorschläge ergänzen, die die Werte verkörpern, die hinter einem multilateralen Ansatz stehen. Diese Werte müssen dann in eine klar definierte und artikulierte Reihe nationaler Interessen in spezifischen Politikfeldern, regionalen Schauplätzen und geoökonomischen Umgebungen übersetzt werden. Die kürzlich veröffentlichten Leitlinien für den Indopazifik der deutschen Bundesregierung sind in dieser Hinsicht ein Schritt in die richtige Richtung.

Datum

Mrz 24 2021
Vorbei!

Uhrzeit

08:15 - 09:30